Der Verkauf über Online-Reisebüros ist großartig – bis er es nicht mehr ist.
An einem Tag freuen Sie sich über zusätzliches Geschäftsvolumen. Am nächsten Tag beantworten Sie eine Nachricht, die mit „Hallo, ich bin am Treffpunkt“ beginnt und mit „Wo sind denn alle?“ endet, während Ihnen still und leise bewusst wird, dass der Treffpunkt in der OTA-Anzeige noch aus dem Jahr 2019 stammt.
Dies gewinnt derzeit zunehmend an Bedeutung, da Online-Reisevermittler (OTAs) einen immer größeren Anteil an den Buchungen von Erlebnisangeboten für sich beanspruchen. Arival schätzt, den OTA-Anteil im Jahr 2025 auf 37 % der Buchungen.
Hier ist also eine einfache Checkliste, mit der Sie Ihre Inserate optimieren können, ohne dass sich daraus ein sechswöchiges Projekt entwickelt.
Weiterführende Literatur: Direktbuchungen, OTA-Buchungen und Buchungen über Wiederverkäufer: Worin besteht der Unterschied?
Das Ziel
Ihre OTA-Inhalte sollten drei Dinge leisten:
Die Checkliste
1. Titel und die ersten beiden Zeilen
An dieser Stelle entscheiden die Kunden, ob sie dem Produkt vertrauen.
Wenn sich Ihre Überschrift wie ein Gedicht liest, gehen Ihre Kunden davon aus, dass auch die Logistik poetisch sein wird.
2. Was ist enthalten und was nicht?
Hier können Sie das Argument „Aber ich dachte, das Mittagessen wäre inbegriffen“ im Keim ersticken, bevor es überhaupt aufkommt.
Viator fordert die Anbieter ausdrücklich dazu auf, im Rahmen der Verbesserung des Buchungsprozesses die im Preis enthaltenen und nicht enthaltenen Leistungen klar aufzulisten.
3. Treffpunkt, Abholort und Ankunftszeit
Dies ist der Punkt, an dem gute Produkte am häufigsten versagen.
GetYourGuide hebt ausdrücklich die Frage „Wann müssen die Kunden eintreffen?“ als wichtige Information zum Treffpunkt hervor, die auf dem Kundengutschein angegeben ist.
| Schnelltest: Könnte ein müder Reisender die Seite finden, wenn er mit einer Hand sein Handy bedient und in der anderen einen Kaffee hält? Falls nicht, formulieren Sie den Text um. |
4. Dauer und was der Kunde tatsächlich tun wird
Kunden wünschen sich nicht nur eine bestimmte Dauer. Sie wünschen sich eine bestimmte Form.
Sollte die Erfahrung mit Wartezeiten verbunden sein, weisen Sie ausdrücklich darauf hin. Die Menschen kommen gut mit Wartezeiten zurecht. Mit Überraschungen kommen sie hingegen nicht so gut zurecht.
5. Was Sie mitbringen sollten, welche Kleidung Sie tragen sollten und für wen das Angebot geeignet ist
Dadurch lassen sich Beschwerden, Rückerstattungen und Stress am Veranstaltungstag reduzieren.
In den Anbieterbedingungen von GetYourGuide wird die Notwendigkeit von Angaben zur Eignung sowie von logistischen Informationen wie Treffpunkt, Treffzeit, Dauer sowie erforderlicher oder empfohlener Kleidung und Ausrüstung ausdrücklich festgelegt.
Aktualisierungen der Inhalte und Sprachversionen (hier beginnen die „mysteriösen“ Probleme)
Wenn Sie Inhalte aktualisieren, aktualisieren Sie diese bitte überall.
Falls Ihr Produkt auf der OTA in mehreren Sprachen verfügbar ist, werden Änderungen nicht immer gleichzeitig angezeigt. Ihr englischer Eintrag wird möglicherweise sofort aktualisiert, während die französischen, spanischen, portugiesischen (und anderen) Einträge je nach der Art und Weise, wie die OTA die Übersetzung und Veröffentlichung handhabt, mit einer gewissen Verzögerung erscheinen können.
So gerät man schließlich in die seltsame Situation, in der:
Kurze Checkliste für Aktualisierungen:
6. Hinweise zum Gutschein
Gehen Sie nicht davon aus, dass Kunden wissen, was ein Gutschein ist. Sie halten ihn für eine Eintrittskarte. Sie könnten denken, es handele sich um einen Rabattcode. Sie könnten denken, es sei ein Persönlichkeitstest.
Die Anleitung zu den Gutscheinen von GetYourGuide zeigt genau, wie die Angaben zum Treffpunkt und zum Gutschein angezeigt werden – eine gute Erinnerung daran, dass Ihre Formulierungen am Tag der Veranstaltung wiederverwendet werden.
Weiterführende Lektüre: Gutschein, Ticket und Buchungsbestätigung: Worin besteht der Unterschied?
7. Fotos, die der Realität entsprechen
Hier geht es nicht darum, glamourös zu wirken. Es geht darum, nicht irreführend zu sein.
Wenn Ihr erstes Foto wie Santorini aussieht, Sie aber in Glasgow tätig sind, wird das ein schwieriger Tag werden.
8. Erwartungen hinsichtlich Stornierungen und Änderungen
Auch wenn die Plattform die Richtlinien festlegt, benötigen die Kunden dennoch Klarheit.
Je weniger Überraschungen, desto weniger verärgerte Nachrichten.
9. Häufig gestellte Fragen, die Supportanfragen vermeiden helfen
Fügen Sie 5–8 FAQs hinzu, um die langweiligen Fragen zu beantworten, die immer wieder auftauchen.
Beispiele:
Die Untersuchungen von Baymard zur Benutzererfahrung im Reisebereich zeigen, dass Reise- und Touren-Websites häufig nicht die Informationen bereitstellen, die Nutzer benötigen, was zu Abbrüchen führt.
10. Eine kurze „Plausibilitätsprüfung“
Bevor Sie auf „Veröffentlichen“ klicken, überprüfen Sie den Eintrag noch einmal gründlich, so als ob Sie selbst mit den Konsequenzen leben müssten.
Wenn die Antwort „größtenteils“ lautet, ist es noch nicht fertig.
Häufige Fehler, die zu „OTA-Fehlern“ führen
Die meisten „OTA-Fehler“ sind keine technischen Störungen. Es handelt sich um inhaltliche Fehler, die zu betrieblichen Störungen führen.
Die größten Übeltäter:
Wenn Sie in diesen Bereichen für mehr Disziplin sorgen, lassen sich Probleme am Tag der Veranstaltung schnell vermeiden.
Weiterführende Lektüre: Warum es zu OTA-Fehlern kommt (und wie man sie reduzieren kann)
Weiterführende Lektüre: API, Integration und Webhook: Was ist der Unterschied?
Abschluss
Wenn Online-Reisebüros zwar für ein hohes Buchungsvolumen sorgen, Ihr Team jedoch zu viel Zeit damit verbringt, Anfragen, Fehler und Ausnahmen zu bearbeiten, liegt das Problem oft nicht beim Vertriebskanal selbst. Es ist vielmehr ein Problem der Klarheit.
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